Zum 17. Geburtstag des Bitcoin Netzwerks blicke ich zurück.
Auf mich.
Auf einen ahnungslosen, naiven Mann in den 30ern, der gerade Vater wurde. Staatsgläubig, die Wahl irgendwelcher Politiker verteidigend. Keinen Schürzen sondern Börsenkursen jagte ich inzwischen her.
Inflation war für mich zum damaligen Zeitpunkt wie das Spiel Snake auf dem Nokia 3210 in welchem die Preisinflation die Schlange verkörperte.
Der freie Raum, ich, wurde zunehmend von ihr eingenommen, geradezu verschlungen.
Die Schlange wuchs zur Anakonda, sie wurde immer bedrohlicher. Meine staatliche Rente? Mindestens in Gefahr… meine private Altersvorsorge? Ein schmelzender Eisberg.
Irgendwann im Jahr 2018 bekam ich endlich meinen Arsch auf den Boden, als ich mehr von diesem Bitcoin wissen wollte.
Der weiße Hase begleitete mich in den Kaninchenbau.
Etwa sechs Jahre lang studierte ich Bücher, verschlang Podcasts, organisierte an einem 03. Januar mit Hilfe der EINUNDZWANZIG Community und des Vereins einen Bitcoin Werbetag, und quatschte vier Jahre lang unzählige Stunden im Stammtisch auf Twitter mit illustren Gästen.
2023 wurde mir immer bewusster, dass Bitcoin nicht alles fixen würde. Ich verstand es zunehmend als Werkzeug, nicht als Allheilmittel.
Erneut las ich Bücher, hörte Podcasts. Dieses Mal jedoch intensiv mit der Lehre der Österreichischen Schule beschäftigend.
Mein Bewusstsein und Wissen wurde derart verändert, Meine Einstellung dermaßen umgekehrt, dass ich beschloß, nie wieder zu einer sogenannten “Wahl” zu gehen, nie wieder einem Herrscher huldigend.
Vom ehemaligen Grünen, FDP und CDU Wähler hin zum überzeugten Nichtwähler in wenigen Jahren.
Dank Stirner, Hayek und Rothbard begab ich mich auf die Reise zu meinem neuen Ich. Dem selbstsouveränen “Ich”.
Dank Bitcoin und diesem Verständnis stehe ich einem Typen, mir selbst, aus 2018 gegenüber, der unterschiedlicher kaum sein könnte. Um es mit Anna Lena Baerbock zu halten:
ich habe mich um 360° gedreht.
Ärgere ich mich darüber, nicht viel früher diese Erkenntnisse gewonnen zu haben? Nein. Ich bin dankbar, dass ich sie überhaupt erlangt habe. Ohne herablassend wirken zu wollen, sehe ich es als Privileg, wenn ich in die zahlreichen, leeren, sorgenvollen Augen auf dem Bürgersteig sehe.
Twitter bzw. X sog 2025 täglich weitere Energie aus mir. Zu viele schlechte Nachrichten, erfundene Wirtschaftsnews, sensationsgeile Breaking News, es ist schlimm anzusehen, was Anreize des Fiatsystems mit den Menschen macht.
Es nervte einfach.
Der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte, war der Besuch der Behörden bei meinem Bekannten Sigartis, weil dieser die falschen Worte für die Wahrheit wählte. Die Meinungsfreiheit ist in meinem Land also nachweislich nicht gegeben. Viele sprechen davon, dass sie möglicherweise “eingeschränkt” sei. Ich denke, es kann sie nur ganz oder gar nicht geben.
Gegen Ende 2025 entschied ich mich, komplett zu Nostr zu wechseln. Wer hätte das gedacht? Nach einigen Wochen fühle ich mich sehr wohl mit dieser Entscheidung. Ruhe. Gelassenheit. Spaß. GM.
Das geschriebene auf Twitter bleibt bestehen, die Behörden haben mich ohnehin auf dem Radar. Wenn sie kommen, sollen sie kommen. Der Bademantel hängt bereit.
Auf ein gutes 2026