Bitcoin Apps, die ich nutze – Teil 10: Alby Go
Heute die App, die ich aktuell am häufigsten nutze – und das hat eine kleine Geschichte: Alby Go.
Ich hatte ursprünglich einen eigenen Node mit Alby Hub zu Hause laufen. Bis die Hardware abrauchte. Statt neu aufzubauen, bin ich problemlos zu Alby Cloud umgezogen – das hostet meinen Hub jetzt, aber die Keys bleiben bei mir. Self-Custody in der Cloud, mit deutlich weniger Wartungsaufwand als der eigene Node.
Was ich daran schätze:
→ Self-custodial, auch in der Cloud. Alby Cloud hostet die Hub-Infrastruktur, aber die Channel-Keys bleiben bei mir. Strukturell ähnlich wie Phoenix mit ACINQ – ein Service-Anbieter stellt Infrastruktur, ich behalte die Custody.
→ NWC (Nostr Wallet Connect). Alby Go wird zum Backend für Nostr-Clients und andere Apps. Zaps gehen direkt aus der Wallet, Web-Apps können mit Erlaubnis und Budget-Limits darauf zugreifen. Das ist UX-mäßig ein riesiger Sprung – und ein Feature, das so kaum eine andere App bietet.
→ Lightning Address eingebaut.
[email protected] funktioniert sofort, dient gleichzeitig als Nostr-Identifier. Mit eigener Domain auch personalisierbar.
→ Subkonten für Familie. Mehrere getrennte Sub-Wallets unter einem Hub. Damit können Familienmitglieder eigene Lightning-Wallets bekommen, ohne dass jeder einen eigenen Node oder eigene Channel-Liquidität braucht.
→ Reibungsloser Wechsel zwischen Self-Hosted und Cloud. Ich konnte ohne Datenverlust von eigenem Hub zu Alby Cloud wechseln. Funktioniert auch andersrum – wer wieder selbst hosten will, kann zurück. Alby ist konsequent darauf ausgelegt, dass User die Infrastruktur-Schicht selbst wählen können.
→ Bei aktiver Nutzung günstiger als Phoenix. Die monatliche Cloud-Gebühr fällt bei mir niedriger aus als die Phoenix-Routing- und Liquidity-Fees, die sonst entstehen würden. Das war eine Überraschung – und macht Alby Go für meinen Alltag attraktiv.
Was man wissen sollte:
→ Cloud-Anbieter als Single Point of Failure. Die Keys sind bei mir, aber wenn Alby als Service ausfällt, ist der Zugriff auf den Hub temporär beeinträchtigt. Recovery über die Keys bleibt jederzeit möglich, aber im Alltag ist man auf den Service angewiesen.
→ Self-Hosted bleibt die "stärkere" Option. Wer einen eigenen Hub auf Umbrel, Start9 oder Mini-PC betreiben will, hat keine Hosting-Abhängigkeit und ist auch von Alby als Firma unabhängig. Cloud ist die pragmatische Lösung – Self-Hosted ist die souveränere.
→ Monatliche Gebühr läuft. Anders als bei Phoenix (Pay-per-use über Fees) ist Alby Cloud ein Abo. Bei aktiver Nutzung lohnt es sich, bei Wenig-Nutzung wäre Phoenix günstiger.
Mein Fazit:
Alby Go ist meine meistgenutzte Wallet. Self-Custody ohne den Wartungsaufwand eines eigenen Nodes, mit NWC als Killer-Feature für Nostr und alles drumherum, plus Subkonten für die Familie – für meinen Alltag aktuell die beste Lösung.
Phoenix bleibt als zweite self-custodial Lightning-Wallet im Stack, mit anderen Trade-offs. Beide sind self-custodial, beide haben einen Service-Anbieter im Hintergrund (ACINQ bzw. Alby Cloud) – aber unterschiedliche Modelle. Welche besser passt, hängt davon ab, wie aktiv man ist und ob man die NWC- und Subkonten-Features nutzen will.